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"Kann es genug Hosen geben?" 2024

Die Modeindustrie hat dazu eine eindeutige Antwort: nein.
Als Künstlerin habe ich jedoch seit Jahren meine Probleme mit Fast Fashion,

08/15 Mode und Modetrends. Mein Auftreten, mein Aussehen wird als Teil meiner
künstlerischen Identität gesehen – ob ich es möchte, oder nicht

Vor allem Künstlerinnen müssen sich seit jeher damit auseinandersetzen, dass ihr
Körper und ihr Aussehen ebenso beurteilt werden wie ihre Kunst. Social Media hat das Problem noch verstärkt. „Schöne“ Künstlerinnen bekommen Kommentare, die
anzweifeln, dass sie ihre Werke selber erschaffen haben, sie seien ja „zu schön“ dafür.
Frauen außerhalb der Schönheitsideale hingegen dürfen sich anhören, dass sie mit ihrem Aussehen ja nichts anderes werden konnten, als Künstlerin – heiraten wollen würde sie ja niemand.

Irgendwo in diesem Wahnsinn aus Selbstzweifeln, Druck von Social Media,
Schönheitsidealen, verschiedensten alternativen Styles und in einem fremden Land fand ich vor etwa einem Jahr in Harajuku, dem Tokioter Viertel für japanische Mode abseits der Haute Couture, eine Hose.

Sie hing in einem kleinen Laden für Unisex-Fashion, neben ungewöhnlich geschnittenen Hoodies, Röcken, Crop-Tops und Netzstrümpfen.

Ich überlegte einige Tage, bis ich sie kaufte – denn sie war nicht gerade günstig. Doch ich bereute es nicht eine Sekunde.
Mein Style ist seit Jahren geprägt von Haremshosen. Ich habe seit meiner Teenagerzeit keine Jeans, geschweige denn eine Cordhose oder etwas Ähnliches mehr gekauft.
Haremshosen in schwarz, selten auch mit einigen roten oder blauen Akzenten, ebenso wie bunte Haare machen mich glücklich, sie sind einfach „mein Ding“. Und sie sind auffällig.

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